Über diese Arbeit

Mit vorliegender Systematik und Theorie der Klangflächen und der Analyse von Györgi Ligetis Orchesterstück Atmosphères, einem Schlüsselwerk der postseriellen Musik, möchte ich dazu beitragen, das kompositorische Phänomen der Klangflächen, das um 1960 in die Kompositionspraxis eingezogen ist, genauer zu verstehen. Dieses Phänomen ist bis heute - auch nach seinem Abklingen in den späten 1980-er Jahren noch punktuell und in abgewandelter Form als Konstruktionsmethode oder Strukturtypus in der Musik anzutreffen.

Im ersten Teil habe ich die Struktur von Klangflächen beschrieben und die Gründe dargelegt, die zur Kohärenz und Einheitlichkeit einer jeden Klangfläche führen. Auf den Punkt gebracht sind diese Gründe die Homogenität der Bausteine und die einheitliche Zusammenfügung derselben zum globalen Niveau einer jeden Fläche. Diese Theorie erhebt den Anspruch, weit über eine einzelne Komposition wie Atmosphères hinaus gültig und anwendbar zu sein.

Bei der anschliessenden Analyse von Atmosphères habe ich mich auf meine Theorie gestützt und sie gleichzeitig verifiziert und veranschaulicht. Das Werk besteht aus Klangflächen, die konsequent nach klaren, rationalen und allgemein anwendbaren - also übertragbaren - strukturellen Prinzipien aufgebaut sind.


Inhalt

1.1. Der Begriff Klangfläche aus musikwissenschaftlicher Perspektive

  1. 1.1.1. Der Begriff der erweiterten Klangfarbe
  2. 1.1.2. Aufbau der Klangflächen: Überlagerung von Melodien und die Mikropolyphonie
  3. 1.1.3. Akustische Einheitlichkeit und Homogenität der Klangflächen
  4. 1.1.4. Die Elemente der Klangflächen: die Bausteine und ihre Komponenten
  5. 1.1.5. Transformation der Klangflächen
  6. 1.1.6. Der imaginäre musikalische Raum und die Form der Klangfarben-Kompositionen
  7. 1.1.7. Kritische Rezeption der Klangfarben-Kompositionen in den frühen 1970-er Jahren

1.2. Klangflächen aus struktureller Perspektive

  1. 1.2.1. Definition, Bestandteile und Aufbau der Klangflächen
  2. 1.2.2. Überlagerung oder/und Sukzession der Bausteine und der Bausteinkomponenten
  3. 1.2.3. Die zwei strukturellen Niveaus der Klangflächen mit zusammengesetzten Bausteinen
  4. 1.2.4. Statische Klangflächen und Transformationen der Klangflächen
  5. 1.2.5. Zusammenfügung angrenzender Flächen innerhalb einer Klangfarben-Komposition

Im zweiten Teil: Analyse aller 21 Klangflächen und der Form von Atmosphères.

Ligeti, Atmosphères, rhythmische Verdichtung einer Klangfläche
Rhythmische Verdichtung einer Klangfläche ausAtmosphères.
Foto aus: Der Begriff Klangfläche dargestellt am Orchesterstück Atmosphères von G. Ligeti